C. I. Heinrich – Panta Rhei (Alles fließt)

„Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern Kunst macht sichtbar.“ (Paul Klee)

Alles fließt. Das Wasser, die Schöpfung, das Universum. Es ist ein ewiges Werden und Vergehen, Geburt und Tod, Schöpferkraft und Zerstörung, Shakti und Shiva, Yin und Yang. Das ganze Leben fließt von einem zum nächsten Moment. Leben ist immer nur im Hier und Jetzt möglich. Auch Einstein wusste: „Das Vergehen der Zeit ist reine Illusion“.

Vergangenheit festhalten, die Zukunft deuten, Zusammenhänge fixieren – Zeit spielt nur in Verbindung mit Materie eine Rolle. Das Bild, das wir von der Materie haben, die uns umgibt, die wir auch selbst sind, nennt der jahrtausendealte Hinduismus Maya, Illusion, und glaubt, dass die materielle Welt erst durch ein Bewusstsein erschaffen wird. Durch das universelle Bewusstsein. Die Schöpfung. Das Göttliche.

Seit Jahrzenten faszinieren mich östliche Lebensphilosophien, Yoga und Meditation. Und seit einigen Jahren auch die moderne Quantenwissenschaft. Diese hat schon vor über 80 Jahren bewiesen, dass ein energetisches Feld voller Informationen wie eine Art universelles Bewusstsein alles durchdringt: alle Materie, auch uns Menschen, das ganze Universum. So kommen jahrtausendealte Lebensweisheiten aus dem Osten mit modernsten wissenschaftlichen Erkenntnissen zusammen zu einem Ganzen. Zu einer Schöpfung.

Die schöpferische Kraft liegt in dem Moment, in dem sich die Information aus dem sogenannten Nullfeld der Quantenmechanik manifestiert. Und zwar durch unseren Impuls. Auch meine Bilder sind kreativer Ausdruck des Moments oder der Verkettung vieler Momente. Sie entstehen intuitiv, im nächsten Schritt vielleicht schon wieder übermalt, ineinandergeflossen, Neues geboren, absichtslos, nichtgegenständlich.

Trotzdem finden sich darin viele Spuren und durch viele Schichten an transparenter Farbe oder deckendem Auftrag kommen Geschichten zum Vorschein. Darin fließt Unbewusstes mit Bildern aus der materiellen Welt zusammen, die Grenzen zwischen physikalischer und geistiger Welt verschwimmen, machen sichtbar, was unsichtbar war. Ein Abbild einer nur scheinbar zufälligen Kreativität, die ihre besten Quellen im freien Raum, in einer offenen Haltung, im reichhaltigen Denken und Empfinden, immer wieder in der Natur und in einer treibenden Neugier findet.

Durch diese freie Arbeitsweise öffnen sich Räume, Parallelwelten, Universen, auch in der Phantasie des Betrachters. „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern Kunst macht sichtbar“ sagt Paul Klee und spricht mir dabei aus dem Herzen.

Stilistisch zieht sich als roter Faden durch meine Bilder der Kontrast zwischen dichtem Auftrag und transparenten oder fast „leeren“ Flächen und den Linien, Kratzern oder Krakeleien, die die Flächen durchdringen und alles miteinander verbinden. Dabei arbeite ich mit einem kreativen Materialmix aus Pigmenten, Emulsionen, Acrylfarben, Marmor- und Steinmehlen und -putzen, Asche, Baumrinden, Schlagmetall, Kreiden, Kohle, Blei- und Buntstiften. All dies bringe ich intuitiv und experimentell auf unterschiedlichste Trägermaterialen wie Leinwände, Holzplatten, Pappen, Papiere. Die Impulse womit, worauf oder mit welcher Technik ich arbeite, entstehen nicht selten spontan aus dem Moment.

Künstlerische Vita

  • Schon mit zehn Jahren beim Spielen mit dem Chemiekasten im Reagenzglas am liebsten schöne bunte Flüssigkeiten zusammengeschüttet.
  • Als Teenager vor allem mit Papier, Wolle, Stoff und Nähmaschine kreativ ausgetobt.
  • Im Gymnasium heimlich Bilder für Mitschüler gemalt.
  • Beim Reisen das Fotografieren entdeckt. Zahlreiche Fotoworkshops und experimentelle Arbeiten im Labor.
  • 1994 bis 1996 Leitung der Fotogalerie im FestSpielHaus München. Organisation und Durchführung verschiedener Foto-Workshops sowie kleinerer und größerer Ausstellungen.
  • Beim Organisieren zahlreicher Vernissagen im In- und Ausland die Leidenschaft, Bilder mit Livemusik zu verbinden, entdeckt
  • und daraufhin einige Jahre von der Organisation von Ausstellungen, Festivals und Konzerten absorbiert worden.
  • Seit 2000 vermehrt die Form- und Farbexperimente von der Kamera auf die Leinwand verlagert.
  • Verschiedene Workshops und Sommerakademien u.a. bei Roman Sejkot (Prag), Jan Saudek (Cheb), Tonio Stanio (Prag), Susanne Becker, Monika Huber, Günther Reil, Milan Mihajlowic (München).

 

Ausstellungen Fotografie international/national

  • 1996: „Barriers“ – s/alu-photo-installationen, München und Edinburgh (Gemeinschaftsausstellung mit Sandra Pehl, Ekkehard Winkler, Jörn Zilz)
  • 1997: „KontAKTfotografie, Gruppenausstellung in Cheb (Gallerie G4) und München (Spectaculum Mundi) inKoop mit  Roman Sejkot (Prag)
  • 1998: „KontAKTfotografie, Gruppenausstellung in Cheb (Gallerie G4) und München (Spectaculum Mundi)  in Koop mit  Tono Stanio (Prag)
  • 1999: „KontaktAKTfotografie, Gruppenaustellung in München (Spectaculum Mundi)

 

Ausstellungen Malerei

  • 18. Dezember 2010: Atelier Landsbergerstraße München
  • 13. Mai 2011: Atelier Landsbergerstraße München
  • 11. Dezember 2011: Kunstbasar Atelier Landsbergerstraße München
  • 4. und 5. Dezember 2012: engl Atelierhaus Englschalking
  • 20. und 21. April 2013: engl Atelierhaus Englschalking
  • 14. bis 16. Juni 2013: obacht! Kunstradar in München, Postgaragen
  • September 2013 bis August 2014: Auswahl bei Eckerle München Theatinerstraße
  • 8. bis 10. November 2013: Atelierausstellung Burggrafenstraße München
  • Seit September 2014: neue Auswahl bei Eckerle München Theatinerstaße
  • 7. bis 9. November 2014: Atelierausstellung Burggrafenstraße München
  • 13. bis 15. November 2015: Atelierausstellung Burggrafenstraße München
  • 18. Februar bis Mai 2016: „Wertewandel“ Tresor Vinum München (Gemeinschaftsausstellung mit u.a. Richard Fuchs, Reinhard Fritz, Rupprecht Geiger (1908-2009), Ekkeland Götze)
  • Dezember 2016: Einzelausstellung Burggrafenstraße München
  • März 2017: Einzelausstellung Burggrafenstraße München
  • Okt. bis Dez. 2017, „Spaces“, Einzelausstellung Rosenheim, Viniculti
  • Feb bis März 2018, mit Tanja Schmidt-Osterkamp, Multiversum, München
  • Okt. 2018 bis 17. Jan. 2019, SichtAufMehr, Einzelausstellung Stoffwechselzentrum München
  • 9. Mai bis 28. Juni 2019, Panta Rhei, Einzelausstellung, Stadtbibliothek Neuhausen München